Planwirtschaft

Die Planwirtschaft bezeichnet eine Wirtschaftsordnung die nicht auf den freien Wettbewerb mit all seinen Konsequenzen setzt, sondern in der alle Entscheidungen über die Allokation verfügbarer Güter und Ressourcen von einem zentralen Organ getroffen werden. Diese Form der Wirtschaft ist historisch bedingt dem Sozialismus als politische Triebfeder zuzuordnen und Teil der weltgeschichtlichen Ereignisse der letzten zweihundert Jahre. Heute gibt es mehrere Versuche planwirtschaftliche Teilelemente in der freien Marktwirtschaft zu integrieren, aber auch vollständige Marktwirtschaften mit computergestützten Entscheidungen zu errichten. Betroffen sind davon vor allem die sogenannten BRIC-Staaten und die Länder der dritten Welt. Alles Länder, in denen die freie Marktwirtschaft aus verschiedenen Gründen noch nicht voll zur Entfaltung kommen konnte. Die oft unterstellte Annäherung der sozialen Marktwirtschaft an die Planwirtschaft ist in Teilen nicht grundsätzlich falsch, beschränkt sich aber, und auch hier nur in Grenzen, auf die ideologische und nicht auf die wirtschaftliche Ebene.

Die Zentralverwaltungs- oder Planwirtschaft steuert planmäßig die Volkswirtschaft (z.B. Bereiche wie Produktion, Verteilung von Gütern und Dienstleistungen).

Es gibt quasi einen hierarchisch aufgebauten Gesamtplan, indem die Politik den Wirtschaftssubjekten übergeordnet ist.

Da die Wirtschaftssubjekte in ihrer Eigeninitiative (der Plan lässt individuelles Handeln nicht zu) eingeschränkt sind, kommen kaum Innovationen in der Volkswirtschaft vor.

Das wiederum lässt langfristig gesehen keine Weiterentwicklung der Volkswirtschaft zu.


Beispiel Planwirtschaft

Planwirtschaft heute – Neue Technik für die Planung

Entscheidend für die Entwicklung der modernen Planwirtschaft ist der Computer. In ihm, als neutralen und fehlerfreien Entscheidungsträger, sehen Vertreter und Verfechter der Planwirtschaft ein geeignetes Instrument für die Entwicklung moderner planwirtschaftlicher Systeme für die nationale und internationale Wirtschaft. Grundsätzlich sind hier zwei ideologische Standpunkte zu unterscheiden, die da wären:

1. Die partizipatorische Ökonomie des US-Anarchisten Michael Albert als radikaleres System.

2. Die computergesteuerte Planwirtschaft, initiiert in den 70iger Jahren durch den chilenischen Präsidenten Salvador Allende und in der neueren Zeit weitergeführt von der Staatsregierung Venezuelas.

Während sich diese beiden Ideen vor allen in Staaten entwickelten in denen es vorher keine Planwirtschaft gab, wird die Mischform aus Plan und Markt vorwiegend in Staaten mit bereits eingeführter Planwirtschaft praktiziert. Von Staaten die diese Form führen wird eine Entwicklung hin zur Sozialdemokratie erwartet, wobei es noch keine fundierten Erfahrungswerte hierfür gibt.


Grundzüge der Planwirtschaft – Idee & Entwicklung

Die Grundidee der geplanten Wirtschaft basiert auf einer zentral gesteuerten Wirtschaft, die anhand von Planvorgaben eines zentralen Organs agiert und die Bedürfnisse der teilnehmenden Personen durch ihre Tätigkeit decken kann. Schon in der Antike wurden solche Konzepte diskutiert und Platons Staatsentwürfe gelten als Vorläufer der Planwirtschaft im Sozialismus/Kommunismus. Eine Unterscheidung muss getroffen werden zwischen den einzelnen Ideologien, welche die Idee der Planwirtschaft im Laufe ihrer Entwicklung teilweise massiv beeinflussten.

Die großen Einflüsse der neueren Zeit waren einerseits der Kommunismus und Marxismus in einer streng planwirtschaftlichen Ausrichtung, und andererseits die sozialdemokratischen Einflüsse welche die Notwendigkeit der Teilhabe der Arbeiterschaft an den Produktionsgütern anerkannten, aber auch die Notwendigkeit einer freien Wirtschaft mit Wettbewerb erkannten. Während die reine Planwirtschaft heute so gut wie nirgendwo mehr praktiziert wird und auch offiziell kommunistische Staaten wie Kuba oder China ihre Märkte zumindest teilweise öffnen, wird die sozialdemokratische Idee durch die Genossenschaften in Deutschland hoch geschätzt und gewinnt auch international immer mehr an Bedeutung.

Kritik an der Planwirtschaft

Während früher menschliches Versagen als häufigster Fehler in der Planwirtschaft erkannt und moniert wurde, ist es heute eher die Anbindung an eine globalisierte Weltwirtschaft die Probleme bereitet. Dem menschlichen Versagen im Detail wurde durch die fortschreitende Computerisierung weitestgehend ein Riegel vorgeschoben. Es erweist sich aber immer wieder, dass eine geplante Wirtschaft bei weitem nicht so flexibel auf die Ansprüche einer globalisierten Wirtschaft reagieren kann wie eine freie Marktwirtschaft und deswegen in der aktuellen Weltwirtschaft nur durch große Spezialisierung und eine protektionistische Handelspolitik aufrecht erhalten werden kann. Auch hängt der Planwirtschaft noch immer der ideologische Geist des Kalten Krieges an, der eine neutrale Beurteilung in der öffentlichen Meinung der westlichen und wirtschaftlich dominanten Länder häufig stark erschwert.