Der Leverage-Effekt

Wenn ein Unternehmen Fremdkapital aufnimmt um zu investieren, kann es vom Leverage-Effekt profitieren.

Der Leverage-Effekt beschreibt, dass die Eigenkapitalrentabilität durch die Aufnahme von Fremdkaptal steigen kann. Dieses Phänomen gilt unter der Voraussetzung, dass der Fremdkapitalzins kleiner ist als der interne Zinsfuß bzw. die Gesamtkapitalrentabilität der getätigten Investition. Der Leverage-Effekt ist quasi die Differenz aus der Rendite und dem Zinsaufwand. Ein weiterer Vorteil, der sich aus dem Leverage-Effekt ergibt, ist dass das Unternehmen die gezahlten Fremdkapitalzinsen von der Steuer absetzten kann.


Beispiel Der Leverage-Effekt

Die Formel des Leverage-Effekts lautet folgendermaßen:

Eigenkapitalrentabilität (da das Eigenkapital durch den Leverage-Effekt maximiert werden soll)

= Gesamtkapitalrentabilität + FK/EK *(Gesamtkapitalrentabilität – Fremdkapitalzins)*100

 

FK/EK = dividiert man das Fremdkapital durch das Eigenkapital, so erhält man den Verschuldungskoeffizient, also den Grad der Verschuldung der Aufschluss über die Kapitalstruktur gibt.

Subtrahiert man den Fremdkapitalzins von der Gesamtkapitalrentabilität, so erhält man die Renditespanne.

Die positive Auswirkung des Fremdkapitals auf das Eigenkapital ist nur gegeben wenn der Fremdkapitalzins unter der Gesamtkapitalrentabilität bleibt, also eine positive Renditespanne gegeben ist. Steigt der Zins des Fremdkapitals, so wird der Leverage-Effekt negativ. Durch die Hebelwirkung kommt es dann zu Verlusten, da die Kosten für die Fremdkapitalzinsen nicht mehr durch die getätigte Investition gedeckt werden können.

Aufgrund der Tatsache, dass durch die Beanspruchung von Kreditgebern der Verschuldungsgrad steigt, wird das Unternehmen für mögliche Gläubiger unattraktiver und muss für weitere Kredite einen höheren Zins zahlen.

Zusammengefasst ist der Leverage-Effekt  nur unter bestimmten Bedingungen attraktiv und wenn die Gesamtkapitalrendite über dem Fremdkapitalzins liegt, was zum Anstieg der Eigenkapitalrendite durch die Aufnahme von Fremdkapital führt.

Übersteigen die Fremdkapitalzinsen die Gesamtkapitalrentabilität, so handelt es sich um einen negativen Leverage-Effekt, aus dem Verluste durch Zinskosten resultieren können.

Sofern Gesamtkapitalrentabilität und Fremdkapitalzins sich in der Waage halten, bleiben der Effekt und die Hebelwirkung aus.

Berechnungsbeispiel zum Leverage-Effekt
Ein Unternehmen hat ein Gesamtkapital in Höhe von 1.100 T€ davon sind 700T€ Eigenkapital und 400T€ Fremdkapital.

Der Bruttogewinn beträgt 100T€ und der Fremdkapitalzins beläuft sich auf 8%.

Gesamtkapital 1.100
Fremdkapital 400
Eigenkaptal 700
Verschuldungsgrad 0,57 57% => FK/EK*100
Bruttogewinn 100
Zinsen 32 400 FK * 8% FK-Zinssatz
Nettogewinn nach Zinsen 68 100 Bruttogewinn – 32 Zinskosten
Gesamtkapitalrentabilität 9,09% Bruttogewinn/Gesamtkapital
Zinssatz FK 8%
Renditespanne 1,09% 9,09%-8%
Eigenkapitalrentabilität 9,71 9,09+0,57*1,09
In diesem Rechenbeispiel ist zu sehen, dass der Leverage-Effekt eine positive Hebelwirkung hat.

So werden die oben genannten Größen des Leverage-Effekts ermittelt:

Eigenkapitalrentabilität = Gewinn/Eigenkapital*100

Gesamtkapitalrentabilität = (Gewinn+Fremdkapitalzins)/(Eigenkapital+Fremdkapital)

Daten wie z.B. Eigenkapital oder Fremdkapital lassen sich aus der Bilanz ablsenen oder sind in der Aufgabenstellung angegeben.

Eigenkapitalrentabilität

Für einen Aktionär beispielsweise, wäre die Eigenkapitalrentabilität interessant, da er anhand dieser Größe erkennen kann, wie rentabel eine Investition bzw. der Kauf von Aktien bei diesem Unternehmen ist.

Folgendermaßen wird die Eigenkapitalrentabilität ermittelt:

Gewinn /Eigenkapital

Wenn bei der Ermittlung des Eigenkapitals ein außergewöhnlich niedriges Ergebnis errechnet wird, so kann es sein, dass das Unternehmen einen Großteil des Vermögens im Anlagevermögen, also in Maschinen, Fuhrpark etc. eingelagert hat. Ist die Eigenkapitalrentabilität ungewöhnlich hoch, so kann dies daraus resultieren, dass dem Unternehmen außerordentliche Erträge, die also nicht der Regel entsprechen, zugeflossen sind. Wenn anhand der Eigenkapitalrentabilität entschieden wird, ob in ein Unternehmen investiert werden soll, so sollten branchenübliche Werte als Vergleichsgröße herangezogen werden.

Gesamtkapitalrentabilität

Die Gesamtkapitalrentabilität beschreibt, wie rentabel die Investitionen die ein Unternehmen getätigt hat sind. Das Gesamtkapital beinhaltet das Eigenkapital sowie das Fremdkapital, dementsprechend von Banken zur Verfügung gestellte Kredite etc.

Die Gesamtkapitalrentabilität lässt sich wie folgt bestimmen:

Reingewinn + Fremdkapitalzinsen

Gesamtkapital

Der Reingewinn resultiert aus dem Ergebnis der GuV, während die Fremdkapitalzinsen die Zinsen sind, die ein Unternehmen für die Bereitstellung von Krediten beispielsweise an Banken zahlen muss.