Geotargeting

Das sogenannte Geo-Targeting nutzt die IP-Adresse oder IPTC/XMP eines Internet-Users, um sie einem bestimmten geografischen Standort zuzuordnen (Geolocation, Geolokation). Diese Methode kommt häufig zum Zug bei standortbezogener Werbung oder Services. Die IP-Adressen von Nutzern können wegen dynamischer IP-Vergabe oder Proxyservern nicht immer eindeutig einer bestimmten Person zugeordnet werden. Klar erkennbar ist jedoch immer der Internetprovider, welcher Adressräume für IP-Adressen verwaltet.

Arten von Geotargeting

  • Die standortbezogene Werbung bezieht sich auf Nutzer einer bestimmten Region.
  • Ein standortbezogener Service zeigt Internetnutzern beispielsweise Hotels, Unternehmen, Restaurants oder Tankstellen im Umkreis des aktuellen Standorts an. Diese Location-based Services (LBS) sind dank der Verbreitung von Smartphones immer beliebter.
  • Geointelligenz verknüpft den Standort der Internetnutzer mit bestimmten Regeln bezüglich deren geographischer Herkunft des Internetnutzers.
  • IP-Intelligenz ergänzt die geografische Analyse mit qualitativen Faktoren wie etwa der Verbindungsgeschwindigkeit.
  • Geolokationssoftware kann durch die IP-Adresse den Standort von Personen oder Systemen genau bestimmen (Geo-Tags auf Fotos oder Videos).

Faktoren

Folgende Faktoren bestimmen die Qualität der jeweiligen Geotargeting-Technologie:

  • Datenvollständigkeit: Zuverlässige Technologie sollte nahezu 100 Prozent der im Gebrauch befindlichen IP-Adressen abdecken.
  • Datengenauigkeit: Einzelne IP-Adressen einer Region sollten sich zielgenau zu 95 Prozent auf Stadtebene zuordnen lassen. Wesentlich ist außerdem die Identifikation von Proxys, Firmenservern und Bandbreiten, Längen- und Breitengraden sowie Domains.
  • Leistungsfähigkeit: Eine gute Performance wird in Zugriffen pro Sekunde pro Server ausgedrückt.
  • Integrationsaufwand: Ein Verfahren sollte für mehr als eine Anwendung nutzbar und einfach integrierbar sein.

Anwendungsbeispiele

Geotargeting oder Geolocation bietet eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise

  • Geomarketing: Für die Schaltung national oder sogar regional differenzierter Werbung
    als Schutz vor Betrugsversuchen: Die Geolocation überwacht Onlinezahlungen auf regionale Unstimmigkeiten und blockiert Transaktionen aus sanktionierten Ländern.
  • bei Lizenzfragen und Vertragsrechten: Nutzer von Netzangeboten in bestimmten Ländern werden ausgesperrt (Geoblocking), beispielsweise bei Video-On-Demand Diensten oder YouTube.
  • bei Webshops zur automatischen Darstellung der richtigen Währung
  • bei Online-Diensten zur Einstellung der korrekten Sprachumgebung
  • in der Marktforschung zur Erhebung regionaler Daten und eine geografische Besucheranalyse
  • als Schutz vor Phishing-E-Mails: Die Geografie des E-Mail-Headers wird mit der Geografie des E-Mail-Body verglichen und eine verdächtige E-Mail gegebenenfalls blockiert.
  • in der Form von Geo-Lokalisierung von Patienten den teilautomatisierten telemedizinischen Betreuungs- oder Versorgungssystemen

Geotargeting umgehen

Ein Internetnutzer hat Möglichkeiten, die eigene IP-Adresse für Geotargeting unzugänglich zu machen. Alle Besitzer einer IP-Adresse können bestimmten Netzknoten beliebige Adressen zuteilen. Jedoch ist dafür ein gewisser Verwaltungsaufwand notwendig. Außerdem kann diese Maßnahme eine bereits festgestellte Geoposition einer IP-Adresse auch später noch nachverfolgbar machen.

Regionale Netzknoten haben häufig einen spezifischen festen IP-Adresspool, um auch bei dynamischer IP-Vergabe den Standort des Servers ermittelbar zu machen. Im Falle von Proxyservern kann jedoch maximal der Standort des Servers, jedoch nicht jener des Nutzers ermittelt werden.